Hallo, zusammen,
Jetzt habe ich schon länger nichts mehr von mir hören lassen, aber die Schule ist momentan ganz schön anstrengend. Habt Ihr gewusst, dass in Russland auch am Samstag Unterricht ist?
Aber jetzt gab es ein paar freie Tage. Am Sonntag war ja der 1. Mai und das war heuer gleich ein doppelter Feiertag.
Der 1. Mai ist zunächst einmal der Tag der Arbeit und der Werktätigen, wie in Deutschland, aber in Russland wird dieser Tag anders gefeiert, und ich war mitten drin. Und in diesem Jahr fiel das Osterfest der orthodoxen Kirche ebenfalls auf den 1. Mai. Das ist mir schon früher aufgefallen, dass die beiden Kirchen zu unterschiedlichen Zeiten Ostern feiern, nur ganz selten ist es an ein und dem selben Tag. Das hängt damit zusammen, dass die orthodoxe Kirche nach dem alten julianischen Kalender rechnet und die evangelische und die katholische Kirche nach dem gregorianischen Kalender. Und da gibt es etliche Tage oder sogar Wochen Unterschied.
Na, für mich ist es jedenfalls praktisch, weil wir Zuhause in Deutschland gleich zweimal Ostern feiern. Mein Papa ist katholisch, meine Mama russisch-orthodox und ich erlebe zweimal dieses Fest und kriege zweimal ein kleines Geschenk.
Meine Mama und ich haben am Sonntag also erst einmal ein Osterfrühstück gemacht: Natürlich mit farbigen Eiern. Und es gab einen besonderen Kuchen, der Pascha heißt, gesprochen wird er Pas-cha. Da sind Rosinen drin und außen ist eine weiße Zuckerglasur mit bunten Sträußeln drauf. Die Leute begrüßen sich mit den Worten „Christus ist auferstanden“. Die Antwort darauf lautet: „Christus ist wahrhaft auferstanden.“
Nach dem Frühstück mussten wir mit dem Bus in die Stadt, weil ich mit der Tennisschule, an der ich jeden Tag trainiere, bei der Mai-Parade mitgegangen bin. Die Innenstadt und die Hauptstraße waren für Fahrzeuge gesperrt, so dass wir an einer bestimmten Station aussteigen mussten.
Endstation für den Bus. Die letzte Strecke sind wir zu Fuß gegangen. Wir sind sogar ein bisschen gerannt, um ja nicht zu spät zu kommen. Aber wir haben es rechtzeitig geschafft.
Meine Tennisschule ist mit anderen Tennisschulen gemeinsam auf die Parade gegangen. Es waren aber auch weitere Sportschulen dabei, zum Beispiel Turner, Reiter, Fußballer, Basketballer, Handballer, Rhythmische Sportgymnasten oder verschiedene Tanzgruppen.
Auch die normalen Schule waren dabei, nicht alle Klassen, aber die älteren schon. Gekommen waren auch das Rote Kreuz, die Polizei, städtische Behörden und die Musikschulen. So viele Menschen haben bei der Parade mitgemacht. Unsere Tennisschule ist fast am Anfang marschiert.
Viele Menschen waren am Straßenrand und haben uns zugejubelt und es war herrlich. Wir haben unsere Tennisschläger hochgehalten und haben gewunken. Das Gefühl war unbeschreiblich. Es hat sich angefühlt, als ob man unbesiegbar ist, die Stimmung und die Atmosphäre waren spitze.
Überall wurde über Lautsprecher Musik gespielt und die verschiedenen Schulen und Gruppen vorgestellt. Alles war perfekt!
Nach der Parade waren wir eingeladen bei der Tante meiner Mutter und bei deren Sohn. Eine Freundin war auch da. Da haben wir noch ein bisschen gefeiert und haben uns viel erzählt und dann war der Tag auch schon wieder zu Ende. Richtige Osterferien gibt es zwar nicht hier, aber immerhin sind Montag und Dienstag noch frei. Das will ich genießen!
Bis bald
Euere Alona
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