In der Ukraine sind seit dem Jahr 2015 jegliche sowjetische Symbole verboten, einschließlich des Siegesbanners. Es handelt sich um das Banner, welches von der Roten Armee über den Reichstag gehisst wurde, als sie Berlin einnahm. Die Maßnahme der ukrainischen Regierung soll den ideologischen Kampf gegen kommunistisches Gedankengut befördern.
Wurde der Tag früher mit großen Paraden gefeiert, so waren in diesem Jahr nur zwei Ereignisse geplant. So legte Präsident Petro Poroschenko Blumen am Grab der unbekannten Soldaten ab. Zudem fand eine Militärparade auf dem Platz der Unabhängigkeit statt. Die in der Ukraine verbotene kommunistische Partei initierte zudem den Marsch des „Unsterblichen Bataillons“. Dabei trugen die Teilnehmer Bilder von Verwandten, die in der sowjetischen Armee gegen Deutschland kämpften.
In diesem Jahr kam es zu zahlreichen Übergriffen von nationalistischen Organisationen auf die Teilnehmer friedlicher Märsche zum Tag des Sieges. So liefen in Kiew die Veteranen des Zweiten Weltkrieges mit Sankt-Georgs-Bändern zum Siegesdenkmal. Dabei beleidigten ukrainische Nationalisten die Veteranen.
Anhänger des Rechten Sektor und Kämpfer des S14 versuchten, die Sicherheitsabsperrungen zu durchbrechen. Die Polizei konnte sie jedoch zurückdrängen. In der Stadt Charkow kam es zu mindestens zwei Verletzten, als Nationalisten die Märsche störten und auf die Menge losgingen.
Präsident Poroschenko verkündete im ukrainischen Fernsehen, dass die heutige Ukraine von den „Nachkommen des Helden Roman Schuchewytsch“ vor der „russischen Aggression“ geschützt werden. Schuchewytsch gilt heute als „Held der Ukraine“. Er diente während des Zweiten Weltkrieges als General im SS-Bataillon Nachtigall. Roman Schuchewytsch soll 1941 an einem Massaker gegen polnische und jüdische Zivilisten beteiligt gewesen sen.
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