Deutschland liefert erstmals Computer-Hacker an die USA aus May 10, 2016 at 12:53PM

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Laut einem Bericht der Washington Post hat Deutschland am gestrigen Montag einen Hacker, gegen den eine Klage wegen „Cyber-Komplott“ in den USA vorliegt, in die USA abgeschoben. Der 36-jährige Peter Romar studierte in Walterhausen Informatik. Im März erhoben US-amerikanische Behörden Anklage gegen den syrischen Staatsbürger. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zusammen mit zwei anderen Personen unter dem Namen Syrian Electronic Army die Informationssysteme verschiedener Behörden und Firmen in den USA, in Europa und in China angegriffen zu haben.

Laut dem Pressebericht wird Peter Romar am heutigen Dienstag vor ein Bundesgericht in Virginia gestellt. Die US-Behörden werfen ihm vor, seit dem Jahr 2011 zahlreiche Hacks begangene zu haben, um die Politik der syrischen Regierung zu unterstützen. Zuletzt soll eine Firma, die ihre Server im Ort Ashburn im Bundesstaat Virginia hat, von der Syrian Electronic Army angegriffen worden sein.

Laut Anklage habe ein anderes Mitglied der Gruppe, Firas Dardar aus Homs in Syrien, bis zu 500.000 Dollar erpresst, um gestohlene Informationen und technische Zugänge an die Firmen zurückzugeben. Angeblich sollte Peter Romar die Zahlungen entgegennehmen, da sie aufgrund der internationalen Finanzsanktionen nicht nach Syrien überwiesen werden konnten.

In den USA sollen die Beschuldigten digitale Systeme der Harvard Universät, der Washington Post, des Weißen Hauses, der NASA und Microsoft angegriffen haben. Bei einem bekannten Hack kaperte die Syrian Electronic Army den Twitter-Account von Associated Press. Darüber verschickte sie eine Falschnachricht, der zufolge sich im Weißen Haus eine Explosion ereignete habe und Präsident Obama verletzt worden sei. Die Aktion verursachte einen Absturz um 136 Milliarden Dollar am amerikanischen Aktienmarkt.

Sollte es den US-Behörden gelingen, ein Gericht davon zu überzeugen, dass Peter Romar aktiver Teil der Syrian Electronic Army war, droht dem 36-Jährigen eine sehr lange Haftstrafe. Die Anklage geht davon aus, dass die Gruppe über einen langen Zeitraum sehr aktiv war und sie legt ein extrem hohes Niveau des angeblich entstandenen Schadens zugrunde. Seit dem Jahr 2009 besteht zwischen der EU und der USA ein Auslieferungsabkommen.

Im vergangenen Jahr wurde etwa der US-amerikanische Journalist Barrett Brown allein für seinen Kontakt zur Hackertruppe Anonymus zu fünf Jahren Haft verurteilt. Außerdem musste Barrett Brown 890.000 US-Dollar Strafe zahlen. Der Journalist hatte mit Daten gearbeitet, die Anonymus-Aktivisten aus der außenpolitischen Denkfabrik Stratfor entwendet hatten. Er bezeichnete das Urteil in einem Abschlussplädoyer als „Herrschaft des Rechtsbruches“.

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