Wladimir Putin und sein Amtskollege, der griechische Premierminister Alexis Tsipras, werden über die Handelsbeziehungen der beiden Länder reden. Russland erhofft sich die Unterzeichnung verschiedener Dokumente und Abkommen. Darunter auch eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Rosneft und Hellenic Petroleum über die Lieferung von Erdöl.
Schon bei seinem letzten Griechenlandbesuch vor neun Jahren hatte der russische Präsident und der damalige griechische Regierungschef Kostas Karamanlis den Bau der South Stream Pipeline vereinbart. Diese sollte russisches Erdöl über Bulgarien und Hellas nach Mitteleuropa transportieren. Das Projekt wurde wegen wettbewerbsrechtlicher Einwände der EU-Kommission zurückgestellt. Stattdessen entschied man sich für den Bau der Trans-Adria-Pipeline (TAP), die Erdöl aus Aserbaidschan nach Mitteleuropa liefert.
Die russische Wirtschaftsdelegation besteht aus mehreren Ministern und Vertretern staatlicher Großunternehmen. Die möglichen Investoren haben ihr Interesse an der griechischen Staatsbahn, am Hafen von Thessaloniki und an dem öffentlichen Strom- und Gasvertreiber bekundet. Von Journalisten nach dem Investitionsinteresse Russlands gefragt, antwortete Putin:
„Ob wir Interesse haben, in Griechenland zu investieren? Ja. In erster Linie im Bereich der Infrastrukturprojekte. Das sind Häfen, Flughäfen, Pipelines. Aber nicht nur das. Wir sind bereit, im Energiebereich weiter zusammenzuarbeiten – in der Stromerzeugung und bei der Energie-Lieferung.“
Doch der Privatisierungsfond, welcher den Verkauf der zu privatisierenden Unternehmen steuert, wird von den Geldgebern Griechenlands gesteuert. Dies dürfte Russlands Möglichkeiten auf den Zuschlag stark einschränken.
Neben den Wirtschaftsvertretern begleitet auch Patriarch Kirill die Delegation. Er und Putin werden auf dem Berg Athos das Panteleimon-Kloster besuchen. In einem Artikel in der griechischen Zeitung Kathimerini schrieb Putin, dass Griechenland ein wichtiger Partner in Europa sei und betonte:
„…uns verbindet die orthodoxe Kultur und gemeinsame zivilisatorischen Werte.“
Tsipras ist ein Befürworter der Wiederaufnahme politischer Dialoge zwischen der EU und Russland und einem Ende der Sanktionen. Laut Alexander Baunow, Experte des Moskauer Carnegie-Zentrums, geht Moskau jedoch nicht davon aus, dass Griechenland alleine die Sanktionspolitik in der EU ändern wird. Aber das Land kann Lobbyarbeit leisten. Es ist für die EU sowie für Russland ein wichtiges Zeichen, dass Russland Verbündete und Unterstützer in Europa hat.
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